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Was ist Teer im Zigarettenrauch?

Aktualisiert im Oktober 2026 · Lesezeit etwa 8 Minuten

„Teer“ gehört zu den bekanntesten Begriffen rund ums Rauchen. Dieser Artikel erklärt, was damit gemeint ist, welche Stoffe im Tabakrauch stecken, welche Grenzwerte in der EU gelten und wie Tabakrauch der Gesundheit schadet. Alle Angaben stammen aus den Quellen am Ende des Artikels.

Kurz gesagt: Teer ist kein einzelner Stoff, sondern das, was sich aus dem Rauch niederschlägt – ohne Wasser und Nikotin gerechnet. Er enthält krebserzeugende Stoffe. In der EU darf eine Zigarette höchstens 10 mg Teer abgeben, gemessen nach einer festgelegten ISO-Norm. Eine unbedenkliche Menge Tabakrauch gibt es trotzdem nicht.

1. Was mit „Teer“ gemeint ist

Wenn Tabak verbrennt, entstehen unter anderem Teer und Kohlenmonoxid. Das BIÖG beschreibt Teer als klebrig und krebserregend. Fachleute sprechen auch von Kondensat; der Krebsinformationsdienst des DKFZ verwendet beide Begriffe gleichbedeutend.

Rechtlich ist der Begriff genau festgelegt. Die EU-Tabakproduktrichtlinie 2014/40/EU definiert Teer als das rohe, wasserfreie und nikotinfreie Kondensat des Rauchs (Art. 2 Nr. 20). Vereinfacht gesagt: Teer ist das, was sich aus dem Rauch niederschlägt, wenn man Wasser und Nikotin herausrechnet. Er ist also kein einzelner Stoff, sondern ein Gemisch aus vielen Substanzen.

2. Was im Tabakrauch steckt

Tabakrauch enthält laut BIÖG rund 7.000 chemische Substanzen. Etwa 250 davon gelten als giftig, rund 90 als krebserzeugend oder möglicherweise krebserzeugend. Auch der Krebsinformationsdienst nennt mindestens 90 Stoffe im Tabakrauch, die als krebserregend oder möglicherweise krebserregend gelten.

Beispiele für krebserzeugende Stoffe sind nach Angaben des BIÖG Formaldehyd, Benzol und Nitrosamine. Außerdem enthält der Rauch Gifte wie Cadmium und Blei.

Zwei weitere Bestandteile spielen eine besondere Rolle:

Der Rauch, der zwischen den Zügen von der Glut aufsteigt (Nebenstromrauch), enthält dieselben Stoffe wie der eingeatmete Rauch. Viele Giftstoffe sind darin laut BIÖG sogar höher konzentriert. Diesen Rauch atmen auch Menschen in der Umgebung ein.

3. Was Tabakrauch im Körper anrichtet

In der Lunge verklebt Teer die Flimmerhärchen. Diese feinen Härchen reinigen die Luft, die wir einatmen – Teer und andere Stoffe aus dem Rauch behindern sie dabei erheblich. Husten ist laut BIÖG eine typische Abwehrreaktion des Körpers, um Teer und andere Fremdkörper wieder loszuwerden.

Insgesamt schädigt Tabak laut WHO fast jedes Organ des Körpers. Er verursacht Krebs, Herzkrankheiten, Schlaganfälle und Lungenkrankheiten, mindert die Fruchtbarkeit, schwächt das Immunsystem und führt zu vorzeitigem Tod. Die WHO nennt Tabakkonsum einen wesentlichen Risikofaktor für Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen und für mehr als 20 Arten und Unterarten von Krebs. Auch das US-amerikanische National Cancer Institute (NCI) betont, dass Rauchen nahezu jedes Organ und Organsystem schädigt.

4. Grenzwerte in der EU und in Deutschland

Für Zigaretten legt die EU-Tabakproduktrichtlinie Höchstwerte fest (Art. 3 Abs. 1). In Deutschland stehen dieselben Werte in § 4 des Tabakerzeugnisgesetzes:

StoffHöchstwert je ZigaretteMessnorm laut EU-Richtlinie
Teer10 mgISO 4387
Nikotin1 mgISO 10315
Kohlenmonoxid10 mgISO 8454

Die Richtlinie schreibt diese ISO-Normen für die Messung vor (Art. 4 Abs. 1). Ermittelt werden die Werte mit Rauchautomaten. Solche Maschinenwerte lassen sich laut Krebsinformationsdienst aber nur bedingt auf den Alltag übertragen, denn jeder Mensch hat eigene Gewohnheiten beim Inhalieren und bei der Zahl der Züge.

Zigarettenpackungen dürfen heute keine Angaben zu Teer, Nikotin und Kohlenmonoxid mehr enthalten (§ 18 Abs. 3 Tabakerzeugnisgesetz). Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) begründet das mit Studien, nach denen solche Angaben irreführen können, wenn sie den Eindruck erwecken, manche Produkte seien weniger gesundheitsgefährdend als andere.

Wichtig: Ein Grenzwert ist keine Unbedenklichkeitsgrenze. Laut BIÖG lässt sich wegen des hohen Giftgehalts von Tabakrauch keine Menge festlegen, bis zu der Rauchen unbedenklich wäre.

5. Und was ist mit Filtern?

Nach Angaben des BIÖG hält der in die Zigarette eingebaute Filter Teer kaum zurück, und er verhindert auch nicht, dass Kohlenmonoxid aufgenommen wird. Ein zusätzlicher Filteraufsatz wie TS Teer STOP setzt hier an: Er hält einen Teil des Teers zurück, bevor der Rauch in den Mund gelangt – sichtbar an der braunen Ablagerung im gebrauchten Aufsatz. Wie groß dieser Anteil ist, haben wir nicht im Labor gemessen, deshalb nennen wir keine Prozentzahl. Sicher wird das Rauchen auch mit Aufsatz nicht. Mehr dazu lesen Sie im Artikel Machen Filteraufsätze das Rauchen gesünder?

6. Was ein Rauchstopp bewirkt

Laut Krebsinformationsdienst des DKFZ kann ein Rauchstopp die gesundheitsschädliche Entwicklung zumindest teilweise umkehren. Je früher er gelingt, desto mehr nähert sich das Risiko wieder dem eines Nichtrauchers an. Auch das NCI betont: Wer aufhört, senkt sein Krankheitsrisiko einschließlich des Krebsrisikos deutlich – in jedem Alter.

Kostenlose Unterstützung bietet das Rauchfrei-Telefon des BIÖG unter 0800 8 31 31 31. Weitere Angebote finden Sie auf rauchfrei-info.de.

Quellen

  1. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG): Inhaltsstoffe im Tabakrauch. rauchfrei-info.de, Stand 11. Februar 2025.
  2. Richtlinie 2014/40/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 3. April 2014 (Tabakproduktrichtlinie), ABl. L 127 vom 29.4.2014, Art. 2 Nr. 20, Art. 3 Abs. 1 und Art. 4 Abs. 1. Amtsblatt-Fassung als PDF bei der Europäischen Kommission (englisch).
  3. § 4 Tabakerzeugnisgesetz (TabakerzG): Emissionswerte. gesetze-im-internet.de.
  4. § 18 Tabakerzeugnisgesetz (TabakerzG): Verbote zum Schutz vor Täuschung. gesetze-im-internet.de.
  5. Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL): Welche Anforderungen gelten für Tabakerzeugnisse?
  6. Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ): Rauchen verursacht Krebs. Stand 11. Dezember 2020.
  7. Weltgesundheitsorganisation (WHO): Tobacco and nicotine. Fact sheet vom 26. Juni 2026 (englisch).
  8. National Cancer Institute (NCI, USA): Harms of Cigarette Smoking and Health Benefits of Quitting. Fact sheet, geprüft am 19. Dezember 2017 (englisch).
  9. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG): Telefonberatung. rauchfrei-info.de.

Alle Quellen wurden am 2. Oktober 2026 aufgerufen.

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